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Der Circus in Putbus


Symbolik, Rosenpracht und klassizistische Harmonie

Zwischen 1828 und 1845 ließ Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus den kreisrunden Circus erbauen – inspiriert vom englischen Vorbild in Bath. Die sternförmig zulaufenden Straßen und klassizistischen Bauten spiegeln die Ideale von Ordnung, Harmonie und Aufklärung wider – Werte, die auch in der Freimaurerei eine zentrale Rolle spielen. Der Architekt Johann Gottfried Steinmeyer, ein Schüler Schinkels, prägte das Stadtbild entscheidend. Im Zentrum des Circus steht ein 21 Meter hoher Obelisk – ein kraftvolles Symbol für Licht, Klarheit und geistige Erneuerung.

Putbus verdankt sein außergewöhnliches Stadtbild Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus (1783–1854), der als visionärer Stadtgründer gilt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ er Putbus gezielt als klassizistische Residenz- und Idealstadt anlegen – inspiriert von den Ideen der Aufklärung, von Ordnung, Harmonie und Schönheit.

Herzstück dieser Planung ist der Circus, ein kreisrunder Platz, der ab 1828 entstand. Er bildet das städtebauliche Zentrum Putbus’ und ist in Deutschland einzigartig: der letzte vollständig erhaltene Rondellplatz mit geschlossener klassizistischer Bebauung. Die 16 gleichmäßig angeordneten Häuser folgen einem klaren architektonischen Konzept und verleihen dem Platz seine ruhige, ausgewogene Wirkung.

Der Circus wird von Kugeleichen eingefasst, deren strenge Form die Symmetrie des Platzes unterstreicht. Ursprünglich diente der Rondellplatz als repräsentativer Mittelpunkt der Residenzstadt und sollte Besuchern bereits beim Betreten Putbus’ die kulturelle Bedeutung des Ortes vermitteln.

Fürst Malte verstand Putbus nicht nur als Wohnort, sondern als Gesamtkunstwerk. Auch die weißen Fassaden der Gebäude – bis heute prägend für das Stadtbild – gehen auf seine Vorstellungen zurück. Sie gaben Putbus den Beinamen „Weiße Stadt“.

Die Liebe zur Gestaltung zeigt sich ebenso in der Rosentradition: Der Fürst soll verfügt haben, dass vor jedem Haus Rosen gepflanzt werden. Diese Idee lebt weiter – seit 2018 trägt Putbus offiziell den Titel Rosenstadt, mit mehr als 800 Hochstammrosen in etwa 100 Sorten.

Putbus und sein Circus stehen bis heute für eine außergewöhnliche Verbindung aus Architektur, Natur und Geisteshaltung – ein Ort, an dem die Ideale der Aufklärung sichtbar Gestalt angenommen haben.

Der Schlosspark Putbus entstand Anfang des 19. Jahrhunderts als Teil der umfassenden Stadt- und Landschaftsplanung von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus. Ab 1804 ließ er die Parkanlage rund um sein Residenzschloss (eine „Historische Rekonstruktion des ehemaligen Schlosses Putbus“ sehen Sie in der Galerie) gestalten und schuf damit einen der frühesten englischen Landschaftsparks in Norddeutschland.

Mit einer Fläche von rund 75 Hektar zählt der Schlosspark zu den größten und eindrucksvollsten Parkanlagen auf Rügen. Statt strenger Symmetrien prägen geschwungene Wege, weite Wiesen, alte Baumriesen und gezielt angelegte Sichtachsen das Bild – ganz im Geist der Aufklärung und Romantik, die Natur und Gestaltung harmonisch verbinden wollten.

Ein zentrales Element des Parks ist der Schwanenteich, dessen ruhige Wasserfläche die umgebende Landschaft widerspiegelt. Die hier lebenden Schwäne wurden früh zu einem Wahrzeichen des Parks und verleihen ihm bis heute seine besondere, fast märchenhafte Atmosphäre.

Ein besonderer Bestandteil des Schlossparks ist der Wildtierpark, in dem weiße Hirsche leben. Diese seltene Erscheinung geht auf die fürstliche Jagdtradition zurück und erinnert an die historische Nutzung des Areals. Die Tiere bewegen sich frei in einem abgegrenzten Parkbereich und machen den Spaziergang durch den Schlosspark zu einem besonderen Naturerlebnis.

Ursprünglich verband der Schlosspark das Residenzschloss mit der Stadt und bildete einen fließenden Übergang zwischen Architektur und Landschaft. Das Residenzschloss gehört heute nicht mehr zum Parkbild. In den 1960er-Jahren wurde die Anlage gesprengt und vollständig abgetragen. Als stiller Zeitzeuge ist lediglich die ehemalige Seeterrasse erhalten geblieben – eingebettet in den Park, der die ursprüngliche Vision bis heute weiterträgt.

Der Schlosspark Putbus mit Schwanenteich und Wildgehege ist bis heute ein Ort stiller Schönheit – ein landschaftliches Gesamtkunstwerk, das die Vision Fürst Maltes von Natur, Kultur und Lebensqualität bewahrt.

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